Sie nehmen eine Asbestprobe von jedem unterschiedlichen Material oder Schichtaufbau, der bei der Renovierung abgerissen, geschliffen oder angebohrt wird. Die Anzahl der Proben hängt nicht davon ab, wie viele Räume oder Quadratmeter betroffen sind, sondern davon, wie viele verschiedene Materialien, Schichtaufbauten und Reparaturen aus verschiedenen Zeiten es im Arbeitsbereich gibt. Für die Renovierung einer einzelnen Wand oder eines Bodens reicht oft eine Probe, der Abbruch in einer ganzen Wohnung erfordert meist mehrere.
Hier zeigen wir, wie Sie die Anzahl der Proben ermitteln, wann eine Probe eine große Fläche abdeckt und wann Sie auch von gleich aussehenden Materialien getrennte Proben nehmen sollten.
Grundprinzip: eine Probe pro Materialeinheit
Das Labor analysiert, was im Beutel liegt. Das Ergebnis gilt für die Entnahmestelle und für gleiches Material, also dasselbe Produkt, das zur selben Zeit eingebaut wurde. Die Anzahl der Proben richtet sich daher danach, wie viele unterschiedliche Materialeinheiten es im Arbeitsbereich gibt. Eine eigene Einheit ist:
- Ein anderes Material: PVC-Belag, Fliesenkleber, Spachtelmasse, Rohrisolierung und Eternitplatte sind jeweils eigene Proben, auch wenn sie im selben Raum sind.
- Ein anderer Schichtaufbau: Fliesen im Mörtelbett und Fliesen auf Kleber über Spachtelmasse sind verschiedene Einheiten.
- Ein anderer Einbauzeitpunkt: Material aus der Bauzeit und Material aus einer späteren Renovierung sind verschiedene Produkte, auch wenn sie gleich aussehen. Ausbesserungen sind ebenfalls oft aus einem anderen Material als die Umgebung.
- Ein anderer Gebäudeteil: Auch gleich aussehendes Material wird getrennt untersucht, wenn es zum Beispiel sowohl in einem Nassraum als auch in einem trockenen Raum vorkommt.
Die Fläche allein ergibt keine zusätzlichen Proben: Liegt in zwei Schlafzimmern derselbe PVC-Belag, zur selben Zeit verlegt, reicht eine Probe für beide. Die Schichten desselben Bauteils, zum Beispiel Fliese, Mörtel und Kleber, werden als eine Probe geschickt, damit keine Schicht ununtersucht bleibt.
So ermitteln Sie die Anzahl Schritt für Schritt
- Arbeiten auflisten. Schreiben Sie auf, was Sie abreißen, schleifen, stemmen oder anbohren wollen. Eine ganze Fläche auszumalen, ohne zu schleifen oder zu kratzen, berührt die alten Schichten nicht.
- Prüfen, was jede Arbeit aufbricht. An einer Schadstelle oder hinter einer Sockelleiste ist der Schichtaufbau oft zu sehen.
- Gleiches zusammenfassen. Fassen Sie Stellen zusammen, an denen das Material gleich aussieht, gleich verlegt ist und wahrscheinlich aus derselben Renovierung stammt.
- Abweichendes trennen. Ausbesserungen, eine andere Farbe oder ein anderes Muster, ein anderer Untergrund, ein anderer Gebäudeteil und eine andere Renovierungsphase sind Gründe für eine eigene Probe.
- Von jeder Gruppe eine Probe nehmen. Nummerieren Sie die Beutel und notieren Sie, welchen Bereich jede Probe vertritt, zum Beispiel „P1 Küche, Boden, PVC-Belag und Belagskleber“. Verwenden Sie dieselbe Bezeichnung in der Bestellung, damit jedes Ergebnis der richtigen Stelle zugeordnet wird.
- Im Zweifel eine Probe mehr. Es ist günstiger, beide Materialien analysieren zu lassen, als den Abbruch später unterbrechen zu müssen.
Wann reicht eine Probe für eine große Fläche?
Wenn das Material einheitlich ist: gleiches Aussehen, gleicher Untergrund und gleicher Einbauzeitpunkt auf der ganzen Fläche. Das kann zum Beispiel der Bodenbelag eines Raumes, die Fliesen einer Wand oder eine einheitliche Deckenspachtelung sein. Nehmen Sie die Probe an einer Stelle, die für die ganze Fläche typisch ist, nicht etwa in einer ausgebesserten Ecke. Wenn Sie in einer verfliesten Wand nur Befestigungslöcher bohren wollen, reicht eine Probe des Schichtaufbaus dieser Wand.
Wann nehmen Sie mehrere Proben von gleich aussehendem Material?
- Das Haus wurde in Etappen renoviert. Die PVC-Beläge im Vorraum und in der Küche können gleich aussehen, aber aus verschiedenen Jahrzehnten stammen.
- Die Fläche hat Ausbesserungen. Eine ausgebesserte Stelle ist oft mit einer anderen Spachtelmasse oder einem anderen Kleber gemacht.
- Unter der neuen Oberfläche liegt eine alte. Ein verdeckter alter Belag oder alte Fliesen gehören zur Probe. Werden die Schichten getrennt entfernt, können Sie sie getrennt beproben.
- Es geht um verschiedene Wohnungen. In einem Mehrparteienhaus können die Oberflächen der Wohnungen zu verschiedenen Zeiten erneuert worden sein, das Ergebnis einer Wohnung lässt sich also nicht direkt auf die Nachbarwohnung übertragen.
Rechenbeispiele
Die folgenden Zahlen zeigen, wie Sie rechnen, und sind keine Normen: Die richtige Anzahl hängt davon ab, was gerade Ihre Renovierung aufbricht.
- Bad: Haben die Wände eine Fliese und der Boden eine andere, sind es in diesem Beispiel zwei Proben, beide mit allen Schichten. Eine Deckenspachtelung, die geschliffen werden soll, ergibt eine dritte Probe, und teilweise ausgetauschte Fliesen werden getrennt untersucht. Siehe auch Asbest im Badezimmer.
- Küche: Der PVC-Belag am Boden mit Belagskleber, die Fliesen zwischen den Kästen und eine Wand, die geöffnet werden soll, ergeben in diesem Beispiel drei Proben. Setzt sich derselbe, zur selben Zeit verlegte Boden im Vorraum fort, reicht eine Bodenprobe für beide.
- Böden der ganzen Wohnung: Derselbe Belag, zur selben Zeit in allen Räumen verlegt, kann eine Probe bedeuten. Hat der Vorraum einen anderen Belag, die Küche Vinyl-Bodenplatten und die Schlafzimmer PVC-Belag, sind es drei Proben.
- Größere Renovierung eines Einfamilienhauses: In einem älteren Haus kann es Materialien aus vielen Jahrzehnten geben, zum Beispiel Rohrisolierungen im Keller, Eternitplatten an Fassade oder Dach sowie Spachtelmasse und Böden innen. Die Anzahl der Proben ergibt sich aus der Materialliste, es können also etwa zehn Proben oder mehr werden. Vor einem umfangreichen Abbruch kann eine Asbesterkundung nötig sein.
Keine verschiedenen Materialien im selben Beutel
Liegen Stücke von Bodenbelag, Spachtelmasse und Fliesenkleber im selben Beutel, zeigt ein positives Ergebnis nicht, welches davon Asbest enthält – und dann müssen alle als asbesthaltig behandelt werden. Eine Probe soll nur ein Material vertreten. Verpacken Sie daher jedes Material in einem eigenen Beutel und halten Sie die Schichten desselben Bauteils zusammen.
Probenahme in Kürze
- Verwenden Sie Einweghandschuhe und mindestens einen Atemschutz der Klasse FFP3.
- Befeuchten Sie die Entnahmestelle mit einer Sprühflasche.
- Lösen Sie ein Stück von etwa 2–5 Zentimetern durch alle Schichten bis zum Untergrund.
- Geben Sie das Stück in einen Zippbeutel und den Beutel in einen zweiten Beutel.
- Schreiben Sie Nummer und Entnahmestelle der Probe auf den Beutel.
- Kleben Sie die Entnahmestelle ab und wischen Sie den Bereich mit einem feuchten Tuch ab.
Ausführlichere Hinweise finden Sie im Artikel So nehmen Sie eine Asbestprobe.
Was zeigt das Ergebnis, wenn Sie mehrere Proben schicken?
Semlab analysiert jede Probe einzeln mit dem JEOL SEM-EDS Elektronenmikroskop, und der Bericht enthält ein Ergebnis pro Probe. Sie erhalten den Bericht auf Deutsch per E-Mail, üblicherweise am selben Tag, an dem die Proben im Labor eintreffen. Jedes Ergebnis gilt für die Materialgruppe, die die Probe vertritt – eine klare Nummerierung ist also genauso wichtig wie die Probe selbst. Wird in einer Probe Asbest nachgewiesen, lesen Sie weiter im Artikel Positives Asbestergebnis.
Was kostet die Analyse mehrerer Proben?
Die Analyse kostet 39,90 € + USt. pro Probe, also 50,07 € inkl. USt. (finnische USt. 25,5 %), und der Preis pro Probe ist für 1–100 Proben gleich. Drei Proben kosten also 3 × 50,07 € inkl. USt. Das Porto ist nicht enthalten. Sie können die Analyse online bestellen, bei der Bestellung per Karte bezahlen und alle Proben gemeinsam als kleines Paket (Päckchen/Paket) mit der Österreichischen Post schicken.
