Eine Asbestprobe zu nehmen ist recht einfach, wenn Sie es richtig machen. Am wichtigsten ist es, das zu untersuchende Material zu bestimmen, keinen Staub zu verbreiten und die Probe sorgfältig zu verpacken, bevor Sie sie ans Labor schicken. In diesem Artikel zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie zu Hause oder auf der Baustelle sicher eine Asbestprobe nehmen.
Das Material bestimmen
Bevor Sie die Probe nehmen, sollten Sie wissen, welches Material Sie untersuchen lassen möchten. Asbest kann zum Beispiel in Fliesenkleber, Spachtelmasse, PVC-Belägen, Rohrisolierungen und Dachmaterialien stecken. Besteht ein Bauteil aus mehreren Schichten, sollte jede verdächtige Schicht beprobt werden. Ein häufiger Fehler ist es, nur das Oberflächenmaterial zu beproben, obwohl der Asbest im Kleber oder in der Spachtelmasse darunter steckt.
Das brauchen Sie
Für die Probenahme brauchen Sie ein paar einfache Werkzeuge: Schutzhandschuhe, einen Zippbeutel für die Probe und ein Messer oder einen Meißel, um die Probe zu lösen. Ein Atemschutz (mindestens Klasse FFP3) wird empfohlen, ist aber nicht verpflichtend.
Die Probe lösen
Lösen Sie die Probe vorsichtig, zum Beispiel mit einem Messer oder Meißel, sodass Sie ein repräsentatives Stück des Materials erhalten. Die Probe sollte etwa 2–5 Zentimeter groß sein, also ungefähr so groß wie eine Zündholzschachtel. Eine zu kleine Probe kann die Analyse im Labor erschweren.
Hat das Material mehrere Schichten, nehmen Sie die Probe so, dass alle Schichten mitkommen. In einer Badezimmerwand können zum Beispiel Fliese, Fliesenkleber und Spachtelmasse übereinander liegen. Jede Schicht kann Asbest enthalten, und das Labor untersucht sie getrennt.
Die Probe beschriften
Beschriften Sie jede Probe deutlich. Notieren Sie auf dem Zippbeutel oder auf einem eigenen Zettel, wo die Probe entnommen wurde, um welches Material es sich handelt und das Datum. Zum Beispiel: „Bad, Fliesenkleber an der Wand, 15.3.2026“. Das erleichtert die Arbeit im Labor und stellt sicher, dass das Ergebnis dem richtigen Material und Ort zugeordnet werden kann.
Die häufigsten Fehler bei der Probenahme
Der häufigste Fehler ist, die Probe aus der falschen Schicht zu nehmen. Wenn Sie den Fliesenkleber untersuchen lassen wollen, reicht es nicht, nur die Fliese abzulösen – die Probe muss die Kleberschicht enthalten. Ein weiterer häufiger Fehler ist eine verunreinigte Probe, bei der Material aus der Umgebung in die Probe gelangt. Ein dritter Fehler ist es, durch unachtsames Lösen Staub zu verbreiten und sich so unnötig möglichen Asbestfasern auszusetzen.
Auch eine zu kleine Probe macht Probleme. Bekommt das Labor nur einen winzigen Krümel, kann die Verlässlichkeit des Ergebnisses leiden. Nehmen Sie lieber ein etwas größeres Stück – das Labor entfernt bei Bedarf, was zu viel ist.
Probe verpacken und verschicken
Nach der Entnahme verschließen Sie den Zippbeutel dicht und stecken ihn in einen zweiten Beutel und dann in einen gepolsterten Umschlag oder eine kleine Schachtel. So verhindern Sie, dass die Probe beim Transport etwas verunreinigt. Schicken Sie die Probe mit der Österreichischen Post an das Labor in Finnland. Verschicken Sie nur gebundenes Material wie Fliesen, Fliesenkleber, Spachtelmasse oder Eternit – staubendes Material wie Rohrisolierungen oder Spritzisolierungen darf nicht per Post verschickt werden.
Senden Sie die gut verpackte Probe als kleines Paket (Päckchen/Paket), nicht als Brief. Das Labor nimmt die Probe entgegen, analysiert sie und schickt das Ergebnis auf Deutsch per E-Mail am selben Tag, an dem die Probe eintrifft.
Zusammenfassung
Sie können eine Asbestprobe selbst nehmen, wenn Sie die grundlegenden Hinweise beachten: Schutzausrüstung verwenden, eine ausreichend große Probe aus der richtigen Schicht nehmen und sie sorgfältig verpacken. So erhalten Sie ein verlässliches Ergebnis und können Ihre Renovierung sicher weiterplanen.
