Das Badezimmer ist einer der häufigsten Orte, an denen in älteren Häusern Asbest steckt. Eine Badsanierung gehört außerdem zu den riskantesten Situationen, was die Belastung mit Asbest angeht, denn der Abriss erzeugt viel Staub in einem engen Raum mit schlechter Lüftung. In diesem Artikel gehen wir durch, welche Materialien im Badezimmer Asbest enthalten können.
Fliesenkleber
Der Fliesenkleber hinter Wand- und Bodenfliesen ist die häufigste Asbestquelle im Badezimmer. Vor allem Kleber unter Fliesen, die in den 1960er- und 1970er-Jahren verlegt wurden, enthält oft Asbest. Asbest wurde zugesetzt, um den Kleber fester, haftfähiger und hitzebeständiger zu machen.
Beachten Sie, dass die Fliesen selbst meist keinen Asbest enthalten – das Risiko liegt im Kleber dahinter. Wenn die Fliesen abgeschlagen werden, bricht der Kleber auf und Asbestfasern können in die Luft gelangen. Deshalb sollte der Kleber vor dem Abriss von Fliesen in einem älteren Bad immer untersucht werden.
Fugenmörtel
Auch alter Fugenmörtel kann Asbest enthalten. Der Fugenmörtel zwischen den Fliesen kann beim Entfernen Asbestfasern freisetzen. Besonders dunkle, graue Fugen in älteren Bädern sollten vor dem Abriss untersucht werden.
Spachtelmasse an den Wänden
Die Spachtelmasse an den Badezimmerwänden ist eine weitere wichtige Asbestquelle. Spachtelmasse wurde verwendet, um die Wände vor dem Fliesen oder Streichen zu glätten. Sie kann in mehreren Schichten liegen, und jede Schicht kann aus einer anderen Zeit stammen. Schleifen und Stemmen setzen Staub aus der Spachtelmasse besonders stark frei.
Die Spachtelmasse im Bad zu untersuchen ist besonders wichtig, weil sich der Staub in einem kleinen Raum leicht verteilt und die Belastung schon in kurzer Zeit erheblich werden kann.
Rohrisolierung
Die Isolierung von Wasser- und Abwasserrohren, die durch das Badezimmer verlaufen, kann Asbest enthalten. Besonders in älteren Mehrfamilienhäusern verlaufen die Rohre oft in den Badezimmerwänden oder offen im Raum. Bei einer Strangsanierung oder anderen Arbeiten an den Rohren sollte die Isolierung untersucht werden, bevor sie berührt wird.
Warum ist eine Badsanierung besonders riskant?
Bei einer Badsanierung kommen mehrere Risikofaktoren zusammen: Mehrere Materialien, die Asbest enthalten können, werden in einem engen Raum abgerissen, es entsteht viel Staub und die Lüftung ist oft begrenzt. Hinzu kommt, dass häufig Winkelschleifer, Bohrmaschine und Stemmhammer zum Einsatz kommen, die einen sehr feinen Staub erzeugen.
Ohne geeigneten Schutz kann die Person, die abreißt, in kurzer Zeit großen Mengen Asbestfasern ausgesetzt sein. Auch wer sich im Rest der Wohnung aufhält, kann belastet werden, wenn sich der Staub aus dem Bad über Türen und Lüftung ausbreitet.
Wie finden Sie heraus, ob im Bad Asbest steckt?
Der einzige sichere Weg herauszufinden, ob die Materialien im Badezimmer Asbest enthalten, ist eine Laboranalyse. Nehmen Sie eine Probe von dem Material, das Sie untersuchen möchten – zum Beispiel Fliesenkleber, Spachtelmasse oder Fugenmörtel – und schicken Sie sie an das Labor. Proben aus verschiedenen Materialien sollten getrennt genommen werden, da jedes Material als eigene Probe analysiert wird.
Eine Probe aus dem Bad nehmen Sie ganz einfach, indem Sie zum Beispiel vorsichtig eine Fliese lösen und ein Stück des Klebers dahinter entnehmen. Tragen Sie dabei am besten eine Atemschutzmaske. Geben Sie die Probe in einen wiederverschließbaren Plastikbeutel und schicken Sie sie an das Labor.
Zusammenfassung
Wenn Sie das Bad in einer älteren Wohnung renovieren, müssen Sie immer damit rechnen, dass Asbest vorhanden sein kann. Untersuchen Sie Fliesenkleber, Fugenmörtel, Spachtelmasse und eventuelle Rohrisolierungen, bevor Sie abreißen. So wird die Renovierung sicher und Sie halten sich an die Regeln, die für Asbest gelten.
